METHODIK
Ein wesentlicher Faktor bei der dynamischen Individualbetreuungsplanung ist die jeweilige konkrete Realität, in welcher der junge Mensch lebt. Dies bedeutet die Notwendigkeit zur regelmäßigen, kurzfristigen Überprüfung aller Umstände, die zur Auswahl und entsprechenden Ausgestaltung einer bestimmten Methodik geführt haben.
Ist eine Korrektur des definierten Zieles oder des gewählten Weges angezeigt, kann dies schnellstmöglich erkannt und damit umgesetzt werden. Voraussetzung für ein solches Vorgehen ist die intensive Auseinandersetzung mit der Lebenswelt unterschiedlicher Altersgruppen von jungen Menschen, d.h. Kenntnis aktueller jugendlicher Subkulturen, Trends, Träume, Wünsche, Perspektiven, aber auch der jeweils gestellten Anforderungen aus Schule, Ausbildung und Beruf.
Nur, wenn die betreuenden Fachkräfte sich stets mit der Lebensphase Jugend in ihren momentanen Erscheinungsformen und Maximen beschäftigen, sind sie in der Lage, mit Hilfe eines umfangreichen pädagogischen Repertoires, zeitlich und inhaltlich flexibel in angemessener Weise zu handeln sowie Handlungen zu initiieren.
Die Grundlage der Methodik liefert die Wohnform, die durch das Zusammenleben von 6 jungen Menschen in einem Haus - jeweils in einem eigenen Appartement - die Hausgemeinschaft eines Mehrfamilienhauses simuliert. Jede/r Jugendliche steuert selbst Häufigkeit und Intensität seiner Kontakte zu den anderen BewohnerInnen des Hauses.
Auf das BetreuerInnenteam kann rund um die Uhr zurückgegriffen werden. In der konkreten Ausgestaltung der pädagogischen Arbeit kommen lerntheoretische Methoden genauso zum Einsatz wie z.B. gesprächsorientierte, beschäftigungstherapeutische, systemische oder kombinierte Ansätze.
Entscheidend für die Auswahl des pädagogischen Instrumentariums ist die Definition der jeweiligen konkreten Ziele, die gemeinsam mit dem entsendenden Jugendamt, den Sorgeberechtigten und nicht zuletzt dem jungen Menschen selbst, im Rahmen der Hilfeplanung nach §36 KJHG erfolgt. Diese komplexen Grobziele werden in regelmäßigen Gesprächen (Wochenplanungen) zwischen BetreuerInnenteam und den einzelnen Jugendlichen in überschaubare, konkret aufeinander aufbauende Feinziele unterteilt, bei deren Umsetzung dann in der täglichen Arbeit individuell angemessene Unterstützung gegeben wird.

Die stufenweise Entwicklung auf dem Weg zum Erreichen der Grobziele wird wiederum gemeinsam mit den Jugendlichen überwacht und dokumentiert. Auf diese Weise kann der junge Mensch seinen persönlichen Fortschritt selbst gut nachvollziehen und dies als positive Verstärkung erfahren. Stagnierende Entwicklungen und Rückschritte werden rechtzeitig erkannt; Methodik und notwendige Veränderungen der Zwischenziele werden schneller aktualisiert.